Barbara Hohl im Interview

Sich mehr Aufmerksamkeit schenken - jetzt oder nie!

Ich bin... Du bist... Ich mache...

Dem 100jährigen Jubiläum von Pro Senectute Schweiz wurde im Thurgau im Rahmen der Ostschweizer Messe für die Generationen 50plus vom 3. bis 5. März 2017 würdig Rechnung getragen. Die neue Messe «die50plus» fand als Parallelmesse zur Inhaus in Weinfelden statt und war für Pro Senectute Thurgau ein toller Erfolg. Wesentlich dazu beigetragen hat dazu Barbara Hohl als Projektleiterin. Sie organisierte und koordinierte all die damit verbundenen Arbeiten und Aktionen. Viel Zeit, die zusätzlich zu den täglichen Aufgaben als Bereichsleiterin Alltagshilfen dazukamen.

Wir haben der Projektleiterin Barbara Hohl ein paar Fragen gestellt.

Einen Messeauftritt planen bedeutet viel Arbeit. Wie haben Sie das geschafft? Was hat das für Sie bedeutet?

Die Vorlaufzeit für die Umsetzung war sehr sportlich, darum musste ich gut planen, Prioritäten setzen, kreativ und flexibel sein und vor allem Ruhe bewahren in den hektischen Zeiten. Die kurzen Entscheidungswege, die Unterstützung und der Goodwill inner- und ausserhalb von Pro Senectute Thurgau haben massgeblich zum Erfolg beigetragen.

Ich habe das Projekt als Herausforderung und Chance gesehen etwas zu bewirken und etwas zu machen, was ausserhalb meines Arbeitsbereichs liegt. Meine Zuversicht und mein Vertrauen darauf, dass dies eine tolle Sache wird, waren dabei sehr förderlich.

Das Motto des Messestandes «Jetzt oder nie – sich und anderen mehr Aufmerksamkeit schenken» basierte auf einer Idee von Ihnen. Wie kamen Sie auf dieses Thema?

Viele Menschen ab 50 Jahren haben ihre beruflichen und familiären Vorhaben umgesetzt. Eine Steigerung der Lebensqualität ist mit materiellen Dingen nur noch beschränkt möglich. Ein gutes soziales Umfeld, Achtsamkeit und bewusster Umgang mit sich und seiner Umwelt beeinflussen die Zufriedenheit dagegen nachhaltig. Leider geht das im Alltag vielfach vergessen oder wird gerne aufgeschoben. Damit vergibt man die Chance, den Tag zu einem besonderen Tag für sich oder andere zu machen. Denn wer freut sich nicht über ein ehrliches Kompliment oder ein anerkennendes Wort? Leider tun sich viele Menschen schwer, sich selbst zu loben. Unser Alltag besteht aus Zeitdruck, Erwartungen und negativen Berichten. Ich wollte dem etwas entgegensetzen und Menschen sensibilisieren, dass sie sich Zeit für sich und andere nehmen.

Was war Ihnen bei der Umsetzung dieses Themas besonders wichtig?

Dass wir mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch kommen, ihre Neugierde wecken und sie aktiv einbeziehen. Es war somit kein «klassischer» Messestand, an dem die Menschen nur vorbeigehen, sondern einer, der die Besucherinnen und Besucher anregt, etwas Spezielles, Nachhaltiges und Kreatives selber zu machen. Wichtig war auch, die Vielfalt von Pro Senectute Thurgau zeigen zu können und Pro Senectute einem «jüngeren» Publikum als kompetente und innovative Organisation näherzubringen.

Wie wurde dieses Thema von den Messebesuchern angenommen? Haben Sie Rückmeldungen dazu erhalten?

Ja wir hatten sehr viele positive Rückmeldungen und Komplimente für den gesamten Auftritt erhalten. Das hält bis heute hin.

Für mich war sehr schön zu sehen, dass sich die Besucherinnen und Besucher sehr für unseren Auftritt interessierten, sich wohl fühlten und sich längere Zeit bei uns aufhielten. Unser Stand war fast eine Begegnungsstätte, an der sich die Besucherinnen und Besucher Zeit für die Aktion nahmen, sich austauschten, sich über unsere Angebote informierten, spezielle Stühle ausprobierten oder zuschauten bei den Darbietungen.

«An uns führt kein Weg vorbei.» Dieser Satz (anlässlich der Pressekonferenz im Vorfeld der Messe) wurde Wirklichkeit.

Die Messe ist vorbei. Haben Sie Ihr Ziel erreicht? Was haben Sie persönlich für sich aus dieser Erfahrung mitgenommen?

Ja voll und ganz. Auch das Messeziel, welches sich die Projektgruppe gesetzt hatte wurde erreicht.

Ich nehme eine sehr intensive und interessante Zeit der Planung und Umsetzung und viele wertvolle Erfahrungen mit. Sehr schön fand ich das Miteinander im Team und dass sich so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spontan zur Mithilfe gemeldet und sich mit dem Auftritt von Pro Senectute Thurgau identifiziert haben. Ebenso geschätzt habe ich das Vertrauen und die Unterstützung des Geschäftsführers. Ohne das alles wäre unser Auftritt nicht möglich gewesen.

Eine letzte Frage, die Sie so auch den Messestandbesuchern gestellt haben: «Ich bin mir wichtig und schenke mir Aufmerksamkeit». Wie setzen Sie das ganz persönlich um? Haben Sie einen Tipp für unsere Leser und Leserinnen?

Ich teile meine freie Zeit sehr bewusst ein und umgebe mich mit Menschen, Tieren und Dingen die mir gut tun und die mir Freude bereiten. Ich verschone mich möglichst mit Informationsüberflutung und schlechten Nachrichten nach dem Motto: «weniger ist mehr». Zudem nehme ich mir die Zeit mich fortwährend weiter zu bilden, mich interessieren vor allem die Themen Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie und Spiritualität.

Als Tipp finde ich diesen Ansatz sehr spannend: gehen sie einmal so mit sich um, wie sie mit Ihrer besten Freundin, Ihrem besten Freund umgehen würden.

Nochmals herzlichen Dank für das grossartige Engagement und die angenehme Zusammenarbeit mit den verschiedenen Bereichen von Pro Senectute Thurgau.

Interview: Michèle Rova, Bereichsleiterin Bildung und Sport