Mit Herzblut für die Gemeinschaft: Mein Einsatz im PS TG Steuererklärungsdienst
Nach einem einschneidenden Unfall fand unser Gesprächspartner eine erfüllende Aufgabe bei Pro Senectute Thurgau. Als Mitarbeiter im Steuererklärungsdienst unterstützt er ältere Menschen mit Kompetenz, Einfühlungsvermögen und Freude. Sein Engagement schenkt ihm selbst Sinn und Zufriedenheit.
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Zur Person:
Michael Fink (51) ist verheiratet und Vater von drei Kindern (18, 16 und 14 Jahre). Er wohnt seit 2013 in Wängi und war 25 Jahre passionierter Privatkundenberater bei einer Bank in Wil (SG), als ein Schwimmbadunfall 2015 das Leben der gesamten Familie grundlegend veränderte.
Seit gut zwei Jahren steht er mit grosser Freude im Einsatz für die Pro Senectute Thurgau, wo er dank einer sinnhaften Tätigkeit wieder Motivation für den Alltag tanken kann.
Wie bist du zur Pro Senectute Thurgau hinzugestossen und was sind deine Motivation und Aufgaben als Mitarbeiter im Steuererklärungsdienst?
Das war reiner Zufall! Seit einem schweren Badeunfall im Jahr 2015 kämpfe ich mit chronischen Schmerzen im Alltag, was mir die Rückkehr in mein angestammtes Berufsumfeld als Kundenberater auf einer Bank leider verunmöglicht hat. Lange Zeit habe ich mir dann Gedanken über eine ergänzende Aufgabe gemacht. Bei meiner Eingliederungsspezialistin vom Sozialversicherungszentrum Thurgau habe ich dann mein Anliegen geäussert, dass ich im Alltag unbedingt noch einer kleinen, sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen möchte. Die einzige Voraussetzung war, dass ich mir meine Arbeit selbst einteilen kann, je nachdem, wie es mir gesundheitlich gerade geht. Und so ist sie kurz darauf zufällig auf einen Stellenaufruf der PS TG gestossen, den sie mir dann unmittelbar weitergeleitet hat.
«Die Dankbarkeit meiner Kund*innen schenkt mir Zufriedenheit – und motiviert mich immer wieder aufs Neue.»
Die Arbeit macht mir tatsächlich grossen Spass, ich kann da und dort auch wieder mal etwas dazulernen, wodurch mich das Ganze auch geistig fit hält. Die Dankbarkeit meiner Kunden schenkt mir Zufriedenheit und ist gleichzeitig wieder Ansporn für die nachfolgenden Arbeiten. Zudem ist diese Tätigkeit einfach perfekt in meiner Situation, denn ich kann hier den Aufwand entsprechend meiner Tagesverfassung auch mal über einen ausgedehnteren Zeitraum erstrecken, ohne dabei unter Druck zu geraten.
Was macht eigentlich ein Mitarbeiter im Steuererklärungsdienst?
Ganz einfach: wir füllen für Mitmenschen ab einem Alter von 60 Jahren ihre Steuererklärung aus und nehmen auch die Überprüfung der Veranlagungsentscheide wahr, falls diese plötzlich mal Anlass dazu geben sollten. Den Erstkontakt versuche ich eigentlich stets bei den Kunden zu Hause zu führen, um mich direkt persönlich vorzustellen. Die Aufgabe verlangt ja auch vollständige Transparenz der finanziellen Situation, was wiederum einen grossen Grad an Vertrauen voraussetzt; dieses herzustellen, gelingt mir daher am besten im direkten Gespräch.
Weshalb ist das, was Du für ältere Menschen leistest, aus Deiner Sicht besonders wichtig?
Die Tätigkeit entspricht ja mehr einer gemeinnützigen Leistung, denn auch wenn wir einen Beitrag für unsere Arbeit erhalten, besteht der grössere Teil daran aus der Hilfsbereitschaft gegenüber älteren Mitmenschen. Das Schönste ist, dass einem diese Hilfe eine ungemein befriedigende innere Freude zurückgibt, was letztendlich wieder Motivation für die weitere Arbeit ist. Viele Mitmenschen im höheren Alter haben weder die Möglichkeit noch die Mittel, dieser Bürgerpflicht selbst nachzukommen. Früher nannte man das halt einfach noch Freiwilligenarbeit oder Nächstenliebe. Aber mit dem zunehmenden Druck und der Hektik im Alltag scheint es aber immer schwieriger, Freiwillige für solche Tätigkeiten zu gewinnen, obschon diese enorm wichtig wären.
Was ist dein (Geheim)Tipp für das Ausfüllen der Steuererklärung? / Welchen Tipp würdest du allen Seniorinnen und Senioren zum Ausfüllen der Steuererklärung geben?
Einen eigentlichen Geheimtipp habe ich auch nicht, denn die finanzielle Situation stellt sich bei jedem Steuerpflichtigen grundsätzlich unterschiedlich dar.
Am einfachsten ist es bestimmt, wenn man sich in einer Mappe oder einem Ordner das Jahr hindurch alle steuerlich relevanten Belege zur Seite legt (z.B. Rechnungskopien von Brillen oder Hörgeräten, etc.), damit man diese an einem Ort griffbereit hat.
Und das zweitwichtigste: gleich nach Eintreffen der Steuerunterlagen Anfang Jahr bei der Pro Senectute in Weinfelden oder seinem zuständigen Mitarbeiter vom Steuerdienst anrufen, damit wir uns umgehend an die Arbeit für Sie machen dürfen! Pro Senectute hat Geschäftsstellen im ganzen Kanton Thurgau und dient unseren Seniorinnen und Senioren bei Alltagsfragen als ideale Anlaufstelle in verschiedensten Bereichen.
Wie erlebst Du die Zusammenarbeit mit PS TG?
Eine wirklich tolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe! Auch wenn ich nicht regelmässig in der Geschäftsstelle in Weinfelden auftauche, so stehe ich bei Bedarf mit meiner Bereichsleiterin, Xenia Dähler, in regelmässigem Kontakt. Sie ist für mich die erste Anlaufstelle und regelt allfällige Anliegen immer äusserst zügig. Und wenn spezifische Steuerfragen auftauchen, darf ich mich immer auf die Unterstützung von Urs Lüthi verlassen, der uns mit seinem Fachwissen jederzeit tatkräftig zur Seite steht. So macht Arbeit Spass!