Aus dem Alltag der Beratungsstellen

Jedes Jahr zeigen wir Ihnen an einem neuen beispielhaften Fall, was Ihre Spende im Leben eines älteren Menschen bewirken kann. Dieses Jahr möchten wir Ihnen die Geschichte von Roland Rutismann vorstellen.

Ein älterer Herr sitzt im Garten und lehnt sich mit gekreuzten Armen an den Tisch

Lernen Sie Herr Rutismann kennen und erfahren Sie, wie wir ihn bestärken durften.

«Ich weiss nicht mehr weiter...»
 Wenn ältere Menschen sich alleine fühlen

Der siebenjährige Jonas spielt an einem Frühsommertag, draussen in seinem Garten in einem Reihenhausquartier mit einem Modell-Spielflugzeug. Er rennt im Garten umher und wirft das Flugzeug immer wieder mit viel Schwung zum Fliegen in die Luft. Letztlich landet das Flugzeug im Garten des Nachbarn. Jonas möchte über den Gartenzaun klettern, da kommt seine Mutter Melanie ihm zur Hilfe. Sie fordert ihn auf, um das Haus zu laufen und das Gartentor zu benutzen, um keine Beete kaputt zu trampeln. Es sieht aus, als ob die Nachbarn, das pensionierte Ehepaar Rutismann in den Ferien ist. Während Melanie Jonas zuschaut, wie er im Garten der Rutismanns nach dem Modell-Flugzeug sucht, bemerkt sie, dass der Garten nicht mehr so schön herausgeputzt und blumig aussieht wie im letzten Jahr. Sogar fast verwahrlost erscheint ihr das Gartenbild. Die schöne Rosenhecke wuchert vor sich hin und die vergilbten Blüten hängen noch an den Ästen.

Erst jetzt wird ihr bewusst, dass es schon einige Zeit her ist, dass sie ihren Nachbarn begegnet ist oder sie ihn im Garten arbeiten gesehen hat. Es war dem Ehepaar Rutismann immer wichtig, dass der Garten sich schön, vielfältig und herrlich duftend präsentiert. Da sieht sie auf einmal am Wohnzimmerfenster eine Person vorbei gehen. Es ist also doch jemand zu Hause. Ein komisches Gefühl überkommt Melanie. Sie schaut in Richtung des Einfamilienhauses und bemerkt, dass Roland Rutismann im Wohnzimmer sitzt und ins Leere starrt. Melanie zögert nicht lange und klopft ans Gartentor, um auf sich aufmerksam zu machen.

Roland Rutismann reagiert nicht sofort auf ihr Klopfen. Erst als Melanie durch den Garten läuft und bei der Fensterscheibe zum Wohnzimmer nochmals klopft, öffnet er die Terrassentüre, um Melanie zu begrüssen. Melanie fragt nach seinem Befinden und dass sie das Paar in den Ferien vermutet habe.

Plötzlich bricht Roland in Tränen aus und erzählt ihr, dass seine Frau schwer erkrankt sei und sich seit über zwei Wochen im Krankenhaus befinde. Es sehe danach aus, dass seine Frau in ein Heim umziehen müsse. Seit diesem Vorfall fühlt sich Roland wie gelähmt. Er weiss gar nicht genau, welche Aufgaben im Haushalt anfallen und wie er alles allein erledigen soll. Zuhause übernahm mehrheitlich seine Frau die wichtigen Aufgaben. Auch um das Finanzielle hatte sie sich stets gekümmert.  Der Heimeintritt seiner Frau und die damit verbundenen Herausforderungen machen ihm ebenfalls zu schaffen.

Roland kommt mit der Situation nicht klar, was Melanie sehr schnell merkt. Sie kennt jemanden, der bei Pro Senectute Thurgau arbeitet und weiss, welche Hilfen und Dienstleistungen ihm in dieser Situation helfen können. So schlägt sie ihm vor, gemeinsam in einer Pro Senectute Beratungsstelle Unterstützung zu suchen.

Bereits in der Folgewoche bekommen sie einen Termin auf der Beratungsstelle in Kreuzlingen. Gemeinsam mit dem Sozialarbeiter besprechen sie die Situation und die damit verbundenen Herausforderungen und Sorgen von Roland. 

Er erhält Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags durch eine freiwillige Mitarbeiterin vom «ambulant begleitetem Wohnen im Alter». Sie erklärt ihm, was wie geplant und erledigt werden muss. So dass er in absehbarer Zeit alle Aufgaben allein bewältigen kann. Zusätzlich bekommt er Unterstützung im Haushalt durch die Alltagshilfen.

Für die Fragen rund um den Heimeintritt seiner Frau steht ihm der Sozialarbeiter weiterhin zur Seite. 

Roland fühlt sich erleichtert und blickt wieder etwas positiver in die Zukunft. Seine Frau ist nach dem Heimeintritt gut versorgt und er geht sie regelmässig besuchen. Melanie ist er sehr dankbar und froh darüber, auf seine Nachbarin zählen zu können. Jonas, der Nachbarsjunge, besucht ihn fortan regelmässig, wenn Roland sich im Garten aufhält.

 

(Hinweis: Diese Geschichte beruht auf wahren, zusammengefügten Begebenheiten und Erfahrungen im Alltag in unseren Beratungsstellen. Wir führen jährlich über 5'000 Beratungsstunden durch.)

Pro Senectute Thurgau verwendet Spenden vollumfänglich dafür, ältere Menschen ab dem AHV-Alter kostenlos beraten zu können.

Spendeneinnahmen sind ein wichtiger Pfeiler unser Finanzierung. Als Stiftung sind wir davon abhängig - nur so können wir unsere Tätigkeit wie bisher weiterführen beziehungsweise uns weiterentwickeln im Sinne der wechselnden Bedürfnisse der älteren Bevölkerung.

Die Organisation ist mit Herausforderungen betreffend der unklaren Weiterführung der finanziellen Unterstützung durch die öffentlichen Hand konfrontiert. Weiter beschäftigt sie der voraussichtlich stark zunehmende Bedarf an Hilfsleistungen in der Zukunft durch die geburtenstarken Jahrgänge, die nun ins AHV-Alter eintreten.

Sie helfen uns mit einer Spende, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Herzlichen Dank, sind Sie teil unseres Engagements.

Für ein selbstbestimmtes und würdevolles Alter(n) - auch in Zukunft.
 

Damit ältere Menschen im Thurgau in Geborgenheit und lange eigenständig leben können.

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